Wildpflanze · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich
Löwenzahn
Ernten: noch möglich bis ende novemberEinsteigerwinterhartmehrjährig
Taraxacum officinale
Muss nicht gepflanzt werden, nur zugelassen: Junge Blätter im März als Salat, Blüten im April für Sirup, Wurzeln im Oktober für Tee und Kaffee. Nur aus dem eigenen Garten ernten.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Löwenzahn ist die Pflanze, gegen die Gärtner kämpfen und die sie eigentlich anbauen sollten: Er ist Salat im März, Sirup im April, Bienenweide, Bodenlockerer mit einer meterlangen Pfahlwurzel und im Oktober die Bitterwurzel für den Tee. Er kostet nichts, kommt von selbst und muss nur an den richtigen Stellen zugelassen werden.
Zulassen und säen. Im Naturgarten braucht Löwenzahn keine Aussaat; ein ungemähter Wiesenstreifen und der Rand der Beete reichen. Wer ihn gezielt will, sät im März oder August Gartenlöwenzahn, eine Kulturform mit größeren, milderen Blättern, in Reihen mit dreißig Zentimeter Abstand, und bleicht die Pflanzen im Winter unter einem Eimer oder in einer Kiste im Keller, wie Chicorée. Im Rasen wird er vor der Samenreife ausgestochen, wo er stört, und stehen gelassen, wo er nicht stört; das Gelb im April ist die erste große Weide für Wildbienen.
Ernte der Blätter. Von März bis Mai, die jungen, hellen Blätter aus der Mitte der Rosette, bevor die Pflanze blüht; danach werden sie bitter. Wer im Frühjahr einen Eimer über eine kräftige Rosette stülpt, hat nach zwei Wochen gelbe, milde Blätter für den Salat. Nur im eigenen Garten und auf Wiesen ohne Hunde, Straße und Spritzmittel.
Ernte der Blüten. Im April und Mai an einem sonnigen Vormittag, wenn sie voll geöffnet sind, ohne die grünen Hüllblätter, die bitter sind. Zweihundert Blüten, ein Liter Wasser, eine Zitrone, aufgekocht und über Nacht gezogen, abgeseiht und mit einem Kilo Zucker zum Sirup eingekocht: das ist der Löwenzahnhonig. Die Knospen lassen sich wie Kapern in Essig einlegen.
Ernte der Wurzeln. Im Oktober und November, wenn das Kraut einzieht, oder im März vor dem Austrieb, mit dem Spaten tief ausgestochen; die Wurzel geht bis einen Meter. Nur im eigenen Garten: Das Ausgraben in der freien Landschaft ist von der Handstraußregel nicht gedeckt. Waschen, in Stücke schneiden, bei vierzig Grad trocknen, in dunklen Gläsern ein Jahr haltbar. Geröstet und gemahlen ist sie der Kaffeeersatz der Nachkriegszeit und heute wieder ein Getränk.
Im Garten. Löwenzahn zeigt fetten, verdichteten Boden an. Seine Pfahlwurzel lockert und holt Kalzium und Kalium aus der Tiefe; auf dem Kompost oder als Jauche gibt er sie zurück. Unter Obstbäumen und neben Tomaten soll sein Ethylen die Reife fördern, ein alter Gärtnerglaube, der den Löwenzahn dort ohnehin duldet. Schlechte Nachbarn hat er nicht, nur die Angewohnheit, Samen zu verschicken.
Hausapotheke. Löwenzahnwurzel mit Kraut ist eine der klassischen Bitterpflanzen: Ein Tee aus einem Teelöffel getrockneter Wurzel, zehn Minuten gekocht, vor dem Essen, wird traditionell zur Anregung von Verdauung und Gallenfluss und als Frühjahrskur zur Durchspülung getrunken, so führt ihn die europäische Arzneimittelagentur. Nicht bei Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenentzündung oder Darmverschluss, bei Gallensteinen nur nach ärztlichem Rat, und nicht bei Allergie gegen Korbblütler.
Quellen. Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC): Monographie Taraxaci officinalis herba cum radice. Bundeszentrum für Ernährung (BZfE): Wildkräuter sammeln – Löwenzahn. Bundesamt für Naturschutz (BfN): Handstraußregel nach § 39 BNatSchG.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: ApfelKirsche (Süß- und Sauerkirsche)Tomate
Schlechte Nachbarn: keine bekannten
Häufige Probleme
Zu viel davon im Rasen
Löwenzahn zeigt verdichteten, nährstoffreichen Boden. Ausstechen mit dem Löwenzahnstecher vor der Samenreife, Rasen höher mähen; ganz verschwinden soll er nicht.
Bittere Blätter
Alte Blätter und Sommerblätter. Nur junge im März und April oder unter einem Eimer gebleichte.
Verwechslung
Kaum möglich: hohler, milchender Stängel, eine Blüte je Stängel, gezähnte Blätter in Rosette. Ähnliche Korbblütler wie Ferkelkraut sind ebenfalls essbar.
Milchsaft färbt Hände braun
Harmlos. Handschuhe beim Wurzelgraben.
Verunreinigung
Nicht an Straßen, Hundewegen oder gespritzten Flächen sammeln; nur im eigenen Garten Wurzeln graben.
In der Küche
Junge Blätter als Salat mit Kartoffeldressing und Speck, in Smoothies, gedünstet wie Spinat; Knospen eingelegt wie Kapern; Blüten als Sirup (Löwenzahnhonig) und Gelee; Wurzeln geröstet als Kaffeeersatz.
Traditionell in der Hausapotheke
Löwenzahnwurzel und -kraut werden traditionell als Bittertee zur Anregung von Verdauung und Gallenfluss und zur Durchspülung genutzt (HMPC). Nicht bei Gallenwegsverschluss, Gallenblasenentzündung und Darmverschluss; bei Gallensteinen ärztlich abklären; Korbblütler-Allergie beachten.