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Beinwell mit violetten Glockenblüten über rauen, spitzen Blättern.

Wildpflanze · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich

Beinwell

Jetzt erntenEinsteigerwinterhartmehrjährig

Symphytum officinale

Eine Staude für die feuchte Ecke, die dreimal im Jahr geschnitten wird: als Mulch, als Jauche und für die Salbe. Nur äußerlich anwenden, nie essen oder als Tee trinken.

Das Jahr auf einen Blick

Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat

Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.

Beinwell ist die Pflanze, die im Naturgarten dreimal arbeitet: Ihre Blätter sind der beste Mulch und die beste Jauche für Tomaten, weil die Pfahlwurzel Kalium aus zwei Metern Tiefe holt, ihre Blüten ernähren von Mai bis August die Hummeln, und ihre Wurzel ist seit dem Mittelalter die Salbe bei Prellungen und Zerrungen. Was sie nicht ist: ein Gemüse oder ein Tee. Beinwell enthält Pyrrolizidin-Alkaloide, die die Leber schädigen, und gehört nur auf die Haut, nie in den Mund.

Pflanzen. Im Frühjahr oder Herbst ein Wurzelstück oder eine Topfpflanze, an einen feuchten Platz mit einem Quadratmeter Raum, den sie für immer behält: am Kompost, am Teich, hinter dem Schuppen, am Rand der Obstwiese. Beinwell lässt sich nicht mehr entfernen, jedes Wurzelstück treibt; deshalb die Entscheidung vorher. Die sterile Sorte Bocking 14, die sich nicht aussät und noch mehr Kalium enthält, ist die richtige für den Garten. Zwei bis drei Pflanzen versorgen ein Tomatenbeet.

Pflege. Keine. Beinwell wird drei- bis viermal im Jahr bodennah geschnitten, von Mai bis Oktober, und treibt jedes Mal in drei Wochen nach. Kompost oder Jauche im Frühjahr beschleunigen das, nötig ist es nicht. Nie umgraben, sonst hat man Beinwell im ganzen Beet.

Als Dünger. Die Blätter werden als Mulch unter Tomaten, Kürbis und Kartoffeln gelegt, wo sie in zwei Wochen zerfallen und Kalium liefern; oder in ein Fass mit Wasser gestopft, ein Kilo auf zehn Liter, zwei Wochen gären lassen, dann eins zu zehn verdünnt gegossen. Die Jauche stinkt, wirkt aber, und ein Kompostbeschleuniger ist sie obendrein. Eine Handvoll Blätter im Pflanzloch der Kartoffel ist ein alter Trick.

Für die Salbe. Die Wurzel im Oktober oder März ausgraben, waschen, in Stücke schneiden und trocknen, oder frisch verwenden: fünfzig Gramm Wurzel in zweihundert Milliliter Olivenöl eine Stunde im Wasserbad bei sechzig Grad ziehen lassen, abseihen, mit zwanzig Gramm Bienenwachs schmelzen, in Tiegel füllen. Alternativ die frischen Blätter als Breiumschlag auf Prellungen.

Sorten. Die Wildform (Symphytum officinale) mit violetten, rosa oder weißen Blüten, und der Futter-Beinwell Bocking 14 (Symphytum × uplandicum), steril, wüchsig, kaliumreich. Der Kaukasus-Beinwell mit blauen Blüten ist ein Bodendecker für den Schatten und kein Heilbeinwell.

Mischkultur. Beinwell steht am Rand von Obstbäumen, deren Fallobst er zersetzt, neben dem Kompost und als Jauchelieferant für das Tomatenbeet. Er hat keine schlechten Nachbarn, nur den Anspruch auf Platz, den er nicht zurückgibt.

Hausapotheke und Sicherheit. Beinwellsalbe wird traditionell bei Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen, Muskel- und Gelenkschmerzen angewendet; die europäische Arzneimittelagentur führt Beinwellwurzel für die äußerliche Anwendung auf unverletzter Haut. Die Pyrrolizidin-Alkaloide werden auch über die Haut aufgenommen, deshalb gilt: höchstens vier bis sechs Wochen im Jahr, nicht auf offene Wunden, nicht bei Kindern unter zwölf, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, und nie innerlich. Alte Rezepte für Beinwellblätter in Teig oder als Spinat sind heute nicht mehr vertretbar.

Quellen. Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC): Monographie Symphyti radix. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Pyrrolizidinalkaloide in Pflanzen.

Mischkultur: Wer passt daneben

Gute Nachbarn: ObstbaeumeKompostTomate

Schlechte Nachbarn: keine bekannten

Im Mischkultur-Planer prüfen

Häufige Probleme

Nicht mehr loszuwerden

Jedes Wurzelstück treibt. Platz mit Bedacht wählen, sterile Sorte Bocking 14 nehmen, nie umgraben.

Sät sich aus

Nur die Wildform. Vor der Samenreife schneiden oder Bocking 14 pflanzen.

Blätter mit Mehltau im Spätsommer

Bodennah abschneiden, treibt sauber nach.

Innerlich angewendet

Beinwell enthält leberschädigende Pyrrolizidin-Alkaloide. Nie als Tee, Salat oder Spinat; nur äußerlich auf unverletzter Haut.

Raue Blätter reizen die Haut

Handschuhe beim Schneiden.

In der Küche

Keine Verwendung in der Küche: Beinwell ist wegen der Pyrrolizidin-Alkaloide nicht zum Verzehr geeignet, auch nicht als Tee oder in Teig ausgebacken.

Traditionell in der Hausapotheke

Beinwellsalbe und -umschläge werden traditionell bei Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen und Muskelschmerzen genutzt (HMPC, äußerlich, unverletzte Haut). Höchstens vier bis sechs Wochen im Jahr, nicht bei Kindern unter zwölf, nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, nie innerlich.

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