Wildpflanze · traditionell in der Hausapotheke · bienenfreundlich
Schafgarbe
Jetzt erntenEinsteigerwinterhartmehrjährig
Achillea millefolium
Die Wiesenstaude für den mageren, sonnigen Streifen, die von Juni bis Oktober weiß blüht, Schwebfliegen füttert und als Tee in die Hausapotheke gehört. Einmal gesät, bleibt sie.
Das Jahr auf einen Blick
Jetzt idealNoch möglichAktueller Monat
Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Die Schafgarbe ist die Pflanze, die in jeder Wiese steht und in keinem Garten fehlen sollte: Sie blüht von Juni bis Oktober, ist die wichtigste Landebahn für Schwebfliegen, deren Larven Blattläuse fressen, kommt mit Trockenheit und magerem Boden zurecht und ist als Tee eines der ältesten Mittel bei Verdauungsbeschwerden. Ihr botanischer Name erinnert an Achilles, der mit ihr die Wunden seiner Soldaten behandelt haben soll.
Aussaat und Pflanzen. Breitwürfig auf offenen, mageren Boden im April oder September, als Lichtkeimer nur angedrückt; Keimung in zwei bis drei Wochen. Oder Topfpflanzen im Frühjahr oder Herbst, dreißig Zentimeter Abstand, im Wiesenstreifen, am Wegrand, im Kräuterhügel, am Rand des Staudenbeets. Kein Kompost ins Loch; auf fettem Boden wird sie hoch und kippt.
Pflege. Keine. Nach der ersten Blüte im Juli bodennah zurückschneiden, dann blüht sie im September ein zweites Mal. Nicht düngen, nicht gießen. Alle drei Jahre teilen oder den Rand abstechen, wo sie wandert. Im Wiesenstreifen wird sie mit der Wiese im Juli und Oktober gemäht und kommt jedes Jahr wieder.
Ernte. Das blühende Kraut von Juni bis September, die oberen zwanzig Zentimeter mit Blüten, an einem trockenen Vormittag. In Bündeln trocknen, dunkel, luftig, dann Blüten und Blätter abstreifen, in dunkle Gläser; ein Jahr haltbar. Junge Blätter im März und April für die Küche, sparsam. Ein Teil der Blüten bleibt bis Oktober für die Insekten stehen.
Erkennen. Die Blätter sind fein gefiedert wie Federn, daher der Name Tausendblatt, und leicht wollig; die Blüten stehen in flachen Trugdolden aus vielen kleinen Körbchen mit fünf weißen oder rosa Zungenblüten. Der Duft beim Zerreiben ist würzig-bitter. Die giftigen Doldenblütler haben andere Blätter und echte Dolden mit Einzelblüten; eine Verwechslung ist bei genauem Hinsehen ausgeschlossen.
Sorten. Die Wildform für die Wiese, dazu Gartensorten in Rot, Gelb, Rosa und Terrakotta wie Paprika, Terracotta und Cerise Queen für das Staudenbeet, mit ähnlichem Wert für Insekten. Für die Hausapotheke die weiße Wildform.
Mischkultur. Schafgarbe am Rand von Kohl, Salat, Gurken, Tomaten und Kartoffeln lockt Schwebfliegen, Schlupfwespen und Marienkäfer an und gilt als Gesundheitspflanze des Gartens; im Kompost soll sie die Rotte fördern. Sie hat keine schlechten Nachbarn.
Hausapotheke. Schafgarbentee, ein bis zwei Teelöffel getrocknetes Kraut auf eine Tasse, zehn Minuten gezogen, wird traditionell bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl, leichten Krämpfen und Menstruationsbeschwerden getrunken und äußerlich als Umschlag bei kleinen Wunden genutzt; die europäische Arzneimittelagentur führt Schafgarbenkraut für diese Anwendungen. Nicht bei Allergie gegen Korbblütler, und in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache.
Quellen. Europäische Arzneimittel-Agentur (HMPC): Monographie Millefolii herba. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG): Wildstauden für den Naturgarten.
Mischkultur: Wer passt daneben
Gute Nachbarn: Weißkohl und RotkohlSalat (Kopf- und Pflücksalat)GurkeTomateKartoffel
Schlechte Nachbarn: keine bekannten
Häufige Probleme
Kippt um im fetten Beet
Zu viel Nahrung. Mager halten, nach der ersten Blüte zurückschneiden.
Verwechslung
Schafgarbe hat fein gefiederte, wollige Blätter (Tausendblatt) und flache Doldentrauben aus kleinen Körbchen; giftige Doldenblütler haben andere Blätter und echte Dolden. Beim Zerreiben würzig-bitterer Duft.
Mehltau im Spätsommer
Bodennah schneiden, treibt sauber nach.
Hautreizung bei Sonne
Selten; bei empfindlicher Haut Handschuhe.
Breitet sich aus
Über Ausläufer im lockeren Beet. Alle drei Jahre teilen, Rand abstechen.
In der Küche
Junge Blätter im Frühjahr sparsam im Kräuterquark, Salat und in der Neunkräutersuppe, bitter-würzig; Blüten als Tee und in Kräuterlikören.
Traditionell in der Hausapotheke
Schafgarbenkraut wird traditionell als Tee bei Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden und Krämpfen sowie äußerlich bei kleinen Wunden genutzt (HMPC). Nicht bei Korbblütler-Allergie; in der Schwangerschaft nicht ohne Rat.