Bauanleitungen · Bauanleitung
Komposter aus Paletten bauen: Zwei Kammern an einem Nachmittag
Fünf Europaletten, zwölf Winkel und ein Nachmittag: Mehr braucht ein Komposter mit zwei Kammern nicht. In der einen wird gefüllt, in der anderen reift es, und die Front besteht aus Brettern, die zum Umsetzen einfach herausgezogen werden. Die eigentliche Entscheidung fällt vorher, beim Blick auf den Stempel der Palette.
Wann das dran ist
Jetzt idealBrennnessel
Beinwell
Kürbis
Saison: Herbst, Frühling. Grün: ideal, Gelb: noch möglich, Rahmen: aktueller Monat. Angaben für mittlere Lagen in Süddeutschland (etwa 300 m); Norden ein bis zwei Wochen später, Weinbauklima ein bis zwei Wochen früher, Alpenraum bis zu drei Wochen später.
Material
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Werkzeug
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Schritt für Schritt
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Paletten prüfen und den Platz vorbereiten
Leg die Paletten auf dem Rasen aus und sieh dir jede an: Der Stempel sitzt auf den Mittelklötzen der Längsseite. Taugt nur, was HT trägt, keine Öl- oder Farbflecken hat und nicht blau gestrichen ist. Such einen halbschattigen, ebenen Platz von etwa drei mal 1,30 Metern, direkt auf der Erde, mit einem Meter Platz davor für die Schubkarre. Die Grasnarbe darf bleiben, sie stirbt unter dem Kompost ab; buckelige Stellen mit dem Spaten glatt ziehen. Wer Wühlmäuse im Garten hat, legt jetzt das Gitter aus, sodass die Wände später darauf stehen.
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Die erste Ecke verschrauben
Stell zwei Paletten auf die lange Kante, die glatte Oberseite nach innen: eine als Seitenwand, eine als Rückwand. Die Rückwand steht zwischen den Seitenwänden, ihre Außenseite schließt bündig mit dem hinteren Ende der Seitenwand ab. So bleibt innen die volle Breite von 1,20 Metern. In die Innenecke kommen drei Winkel, oben, in der Mitte und unten, jeweils dort, wo in beiden Paletten ein Klotz sitzt. Nur dort halten die Schrauben; in einem einzelnen Brett reißen sie aus, sobald der Haufen drückt. Mit der Wasserwaage prüfen, ob beide Wände senkrecht stehen, bevor die letzte Schraube sitzt.
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Zweite Seitenwand: Die erste Kammer steht
Die dritte Palette kommt als zweite Seitenwand an das andere Ende der Rückwand, wieder mit drei Winkeln an den Klötzen. Jetzt steht ein U, innen rund 1,20 Meter breit, 1,05 Meter tief und 80 Zentimeter hoch: ein Kubikmeter, die Größe, bei der ein gut gemischter Haufen warm wird. Diese Seitenwand ist zugleich die Mittelwand und trägt später auf beiden Seiten Führungen. Wer nur eine Kammer bauen will, sichert die zweite Außenwand mit einem Pfahl wie in Schritt 4 und macht mit Schritt 5 weiter.
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Die zweite Kammer anbauen
Die vierte Palette wird die Rückwand der zweiten Kammer und schließt an die Mittelwand an, die fünfte ist die äußere Seitenwand. Wieder drei Winkel je Ecke. Der Komposter ist jetzt gut 2,80 Meter breit und 1,20 Meter tief. Weil die Außenwände vorne frei stehen, drückt ein voller, nasser Haufen sie mit der Zeit nach außen. Deshalb vorne an jeder Außenwand außen einen Pfahl vierzig Zentimeter tief einschlagen und mit zwei Schrauben an der Palette festmachen. Die Mittelwand braucht das nicht, sie wird von beiden Seiten gleich belastet.
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Führungen anschrauben und Vorderbretter einschieben
An den vorderen Enden der Seitenwände werden innen senkrecht je zwei Latten angeschraubt, die erste bündig mit der Vorderkante, die zweite mit drei Zentimetern Abstand dahinter. Ein Brettstück als Abstandhalter macht das schnell und gleichmäßig. An der Mittelwand geschieht das auf beiden Seiten, zusammen sind es acht Latten. In den Spalt werden von oben die Vorderbretter geschoben, auf 119 Zentimeter gekürzt, damit sie auch gequollen nicht klemmen. Die Deckbretter einer Europalette sind 1,20 Meter lang und passen damit fast ohne Verschnitt.
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Grundschicht, befüllen, abdecken
In die erste Kammer kommen zuerst zehn Zentimeter grobes Material, Strauchschnitt, Staudenstängel oder Häckselgut. Die Schicht belüftet den Haufen von unten und lässt Sickerwasser ablaufen. Darauf wird geschichtet, Grün und Braun im Wechsel, und die Front wächst Brett für Brett mit. Eine Lage Stroh, Laub oder ein Kompostvlies obenauf hält Starkregen und Austrocknung ab, ohne den Haufen zu ersticken. Die zweite Kammer bleibt vorerst leer, sie ist das Ziel beim ersten Umsetzen.
Was oft schiefgeht
- Rückwand vor die Seitenwände gesetzt statt dazwischen: Innen bleiben nur gut 90 Zentimeter Breite, und die Deckbretter passen nicht mehr als Vorderbretter.
- Schrauben ins freie Brett statt in die Klötze: Sie reißen aus, sobald der Haufen Druck macht. Winkel nur dahin, wo Klötze sitzen.
- Außenwände vorne nicht gesichert: Nach dem ersten Winter stehen sie schräg nach außen. Je ein Pfahl außen an der Vorderkante.
- Vorderbretter auf volle 1,20 Meter gelassen oder Spalt zu eng: Nass gequollen klemmen sie. 119 Zentimeter, drei Zentimeter Spalt.
- Auf Pflaster, Beton oder Folie gebaut: Keine Würmer, kein Abfluss, der Haufen fault. Direkt auf die Erde.
- Das Holz mit Holzschutzmittel gestrichen: Der Anstrich wandert in den Kompost. Unbehandelt lassen und eine morsche Wand später tauschen.
Im September und Oktober kommt im Garten alles auf einmal: abgeräumte Beete, Staudenschnitt, der letzte Rasenschnitt, und ab Mitte Oktober das Laub. Wer dann nur einen Haufen in der Ecke hat, auf den seit Jahren oben Frisches kommt, wird das Material nicht los und bekommt unten nie fertigen Kompost heraus. Zwei Kammern lösen beides, und aus Europaletten sind sie an einem Nachmittag gebaut, bevor das Laub fällt.
Warum zwei Kammern und nicht ein Haufen
Ein einzelner Komposthaufen hat ein Grundproblem: Die Rotte läuft von unten nach oben. Unten liegt reifer Kompost, oben der Rasenschnitt von letzter Woche, und an das Fertige kommt man nur, indem man das Unfertige beiseiteschaufelt. Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt deshalb das Zwei-Kammer-Verfahren die optimale Lösung: In einer Kammer wird gefüllt, in der anderen reift der Kompost aus. Die Bayerische Gartenakademie geht noch weiter und empfiehlt zwei, besser drei Kompostmieten.
Dazu kommt das Umsetzen. Ein Haufen sackt unter seinem eigenen Gewicht zusammen, innen fehlt Luft, außen trocknet er aus. Einmal umgesetzt, verrottet alles gleichmäßig. Mit zwei Kammern nebeneinander ist das keine Umzugsaktion mehr: Vorderbretter heraus, mit der Grabegabel von links nach rechts werfen, fertig.
Welche Paletten taugen
Hier fällt die wichtigste Entscheidung, und sie ist in zehn Sekunden getroffen. Holzpaletten, die international unterwegs sind, müssen nach dem Standard ISPM 15 behandelt sein, damit keine Schädlinge mitreisen. Die Behandlung steht als Kürzel im Stempel, bei Europaletten eingebrannt auf den Mittelklötzen der Längsseite, neben dem Zeichen der Internationalen Pflanzenschutzkonvention, dem Ländercode und der Betriebsnummer.
| Im Stempel | Bedeutung | Für den Komposter |
|---|---|---|
| HT | Hitzebehandlung, mindestens 30 Minuten 56 °C im ganzen Holz | geeignet |
| DH | Hitzebehandlung durch dielektrische Erwärmung, selten | geeignet |
| MB | Begasung mit Methylbromid, in der EU seit 2010 nicht mehr zulässig | nicht verwenden |
| kein Stempel | Herkunft und Behandlung unbekannt | nicht verwenden |
| blau gestrichen, CHEP | Mietpalette, Eigentum des Anbieters | gehört dir nicht |
Alle seit 2010 neu hergestellten EPAL-Europaletten sind hitzebehandelt. Eine gebrauchte Europalette mit HT im Stempel ist deshalb der Normalfall und die sichere Wahl. Paletten mit MB-Stempel können aus der Zeit davor oder von außerhalb Europas stammen. Sie gehören nicht an einen Komposter, aus dem später Beeterde wird.
Unabhängig vom Stempel bleiben Paletten liegen, die dunkle Öl- oder Chemikalienflecken haben, farbig gestrichen sind oder stechend riechen. Man weiß nie, was darauf transportiert wurde oder ausgelaufen ist. Gebrauchte Europaletten gibt es beim Palettenhandel und in Kleinanzeigen meist für wenige Euro, oft auch umsonst von Betrieben, die sie loswerden wollen. Die blauen Paletten hinter dem Supermarkt gehören nicht dazu.
Die Maße
Eine Europalette misst 120 × 80 × 14,4 Zentimeter und wiegt rund 25 Kilo. Auf die lange Kante gestellt, ergibt sie eine Wand von 1,20 Metern Länge und 80 Zentimetern Höhe, eine angenehme Füllhöhe, über die man mit der Grabegabel noch gut hinwegkommt.
| Maß | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Kammer innen | etwa 120 × 105 × 80 cm | rund ein Kubikmeter, darunter wird ein Haufen kaum warm |
| Paletten | 3 für die erste Kammer, 2 für jede weitere | die Mittelwand teilen sich die Kammern |
| Gesamtbreite bei zwei Kammern | gut 2,80 m | drei Wände zu je 14,4 cm, zwei Kammern zu je 1,20 m |
| Tiefe | 1,20 m | eine Palettenlänge |
| Winkel | 3 je Ecke, 12 insgesamt | nur an den Klötzen halten die Schrauben |
| Spalt der Führung | 3 cm | Brettstärke 22 bis 24 mm plus Quellen |
| Vorderbretter | 119 cm lang | einen Zentimeter Luft zur Kammerbreite |
| Platz vor der Front | 1 m | Schubkarre und Grabegabel |
Entscheidend für die Maße ist ein Detail aus Schritt 2: Die Rückwand steht zwischen den Seitenwänden. Andersherum, mit den Seitenwänden innen an der Rückwand, bleiben nur gut 90 Zentimeter Breite, und die Deckbretter einer Palette, die genau 1,20 Meter lang sind, passen nicht mehr als Vorderbretter.
Der richtige Platz
Halbschatten. Der Kompost soll nicht austrocknen. Unter einem Laubbaum, an der Nordseite einer Hecke oder hinter dem Schuppen ist er richtig; in der vollen Sonne muss im Sommer gegossen werden.
Direkt auf der Erde. Kein Pflaster, keine Platten, keine Folie. Regenwürmer und Bodenorganismen wandern von unten ein, überschüssiges Wasser versickert. Die Grasnarbe darunter braucht nicht abgestochen zu werden, sie stirbt unter dem Kompost ab, wie bei der Methode, mit der man ein Beet ohne Umgraben anlegt.
Erreichbar. Ein Meter frei vor der Front, ein fester Weg dorthin, der auch im November mit voller Schubkarre nicht zum Matsch wird. Ein Komposter, zu dem man über das nasse Beet muss, wird nicht genutzt.
Mit Blick auf den Nachbarn. Wer an die Grundstücksgrenze baut, spricht vorher mit den Nachbarn. Ein gut gemischter, abgedeckter Kompost riecht nicht, aber das glaubt man erst, wenn man es erlebt hat.
Direkt hinter dem Komposter ist übrigens ein guter Platz für eine Benjeshecke. Sie schirmt den Platz ab, und der grobe Astschnitt, der nicht in den Komposter passt, hat dort seinen Ort.
So arbeitest du mit zwei Kammern
Der Rhythmus ist einfach und folgt dem Gartenjahr.
- Herbst: die erste Kammer füllen. Grundschicht aus grobem Material, darauf Grün und Braun im Wechsel. Laub kommt jetzt in Mengen und ist das Braun für das ganze Jahr; wer mehr hat, als hineinpasst, findet im Beitrag über Laub im Garten den Rest. Welches Verhältnis stimmt, steht ausführlich unter Kompost richtig anlegen, und der Kompost-Rechner sagt, ob deine Mischung passt.
- Nach zwei bis drei Monaten, im Winter später: umsetzen. Vorderbretter der ersten Kammer heraus, mit der Grabegabel alles in die zweite werfen, dabei Außen nach innen und Trockenes nach unten. Zu trocken wird angefeuchtet, zu nass mit Laub gemischt.
- Frühjahr und Sommer: wieder die erste Kammer füllen. Die zweite reift in Ruhe. Frische Brennnesseln oder die Blätter von Beinwell zwischen den Schichten bringen Nährstoffe und Tempo in einen Haufen mit viel Laub.
- Nach sechs bis zwölf Monaten: entnehmen. Der Kompost in der zweiten Kammer ist reif, wenn er dunkel, krümelig und nach Walderde riecht. Er wird entnommen, bei Bedarf gesiebt, und die erste Kammer wird wieder hinübergesetzt.
Ob der Haufen arbeitet, zeigt ein Kompostthermometer: Ein Kubikmeter mit gutem Verhältnis wird in der ersten Woche deutlich warm. Bleibt er kalt, fehlt Grün oder Wasser.
Wohin mit dem Kompost
Reifer Kompost kommt im Herbst oder Frühjahr auf die Beete, flach eingeharkt statt eingegraben. Die Bayerische Gartenakademie nennt drei Liter je Quadratmeter im Jahr für Gemüsebeete und vier Liter für Starkzehrer wie Kohl, Kartoffeln und Tomaten. Halbreifer Kompost ist Mulch unter Beerensträuchern und die Schicht über dem groben Material, wenn ein Hochbeet neu befüllt wird. Gesiebt ist er die Grundlage für eigene Anzuchterde.
Häufige Fehler
Rückwand vor die Seitenwände gesetzt. Nur 90 Zentimeter innen, die Bretter passen nicht. Rückwand dazwischen.
Schrauben ins freie Brett. Reißen unter Druck aus. Winkel an die Klötze.
Außenwände vorne ungesichert. Stehen nach einem Winter schräg. Je ein Pfahl.
Vorderbretter zu lang, Spalt zu eng. Klemmen, sobald sie nass sind. 119 Zentimeter, drei Zentimeter Spalt.
Paletten ohne Stempel oder mit MB. Unbekannte Behandlung im späteren Beet. Nur HT.
Auf Pflaster oder Folie gebaut. Keine Würmer, kein Abfluss, Fäulnis. Auf die Erde.
Mit Plane abgedeckt. Der Haufen erstickt. Stroh, Laub oder Vlies.
Nur eine Kammer gefüllt, nie umgesetzt. Unten fertig, oben frisch, nichts zu entnehmen. Umsetzen ist der Sinn der zweiten Kammer.
Regionale Unterschiede
In trockenen, warmen Lagen trocknet der Kompost zwischen den offenen Palettenbrettern schneller aus als in einem geschlossenen Behälter; dort steht er im Schatten, bekommt eine dicke Strohauflage und wird im Sommer gegossen. In feuchten, kühlen Lagen ist Fäulnis die größere Gefahr, und die Luft durch die Brettfugen ist ein Vorteil; dort hilft ein Vlies obenauf gegen Dauerregen, und der Streifen Pflastersteine unter den Wänden verlängert die Lebensdauer des Holzes. In Höhenlagen dauert die Rotte länger, das Umsetzen rückt ins späte Frühjahr, und die Reife braucht eher zwölf Monate als sechs. Was im Oktober sonst ansteht, steht im Gartenjahr für den Oktober.
Häufige Fragen
Welche Paletten darf ich für einen Komposter nehmen?
Holzpaletten mit dem Stempel nach ISPM 15 und dem Kürzel HT. Es bedeutet, dass das Holz mindestens dreißig Minuten lang im ganzen Querschnitt auf 56 Grad erhitzt wurde, ohne Chemie. Alle seit 2010 neu gebauten EPAL-Europaletten sind so behandelt. Das Kürzel MB steht für eine Begasung mit Methylbromid, die in der EU seit 2010 nicht mehr zulässig ist, auf älteren oder außereuropäischen Paletten aber noch vorkommt. Paletten ohne Stempel, mit Flecken oder mit stechendem Geruch bleiben liegen.
Darf ich die blauen Paletten nehmen, die hinter dem Supermarkt stehen?
Nein. Blaue Paletten von CHEP sind Mietpaletten und bleiben immer Eigentum des Anbieters, auch wenn sie scheinbar herrenlos herumstehen; Verkauf und Weiterverwendung sind ausgeschlossen, der Anbieter holt sie kostenlos ab. Für den Komposter sind naturfarbene Europaletten aus dem Palettenhandel oder aus Kleinanzeigen der richtige Weg, dort kosten gebrauchte meist wenige Euro.
Wie lange hält ein Komposter aus Paletten?
Kürzer als ein Lattenkomposter aus Lärche, denn Palettenholz ist überwiegend Nadelholz und nicht dafür gemacht, an feuchter Erde zu stehen. Wie lange genau, hängt vom Standort ab; zuerst gehen die unteren Bretter und Klötze. Ein Streifen Pflastersteine unter den Wänden hält das Holz aus dem Nassen, während der Kompost innen trotzdem auf der Erde liegt. Eine morsche Wand wird losgeschraubt und gegen die nächste Palette getauscht.
Soll ich das Holz streichen oder imprägnieren?
Besser nicht. Das Holz liegt innen direkt am feuchten Kompost, und was im Anstrich steckt, wandert in die Erde, die später aufs Gemüsebeet kommt. Das Bayerische Landesamt für Umwelt rät bei Lattenkompostern, nur Mittel zu verwenden, die die Bodenorganismen nicht schädigen. Bei gebrauchten Paletten ist die einfachste Lösung, sie unbehandelt zu lassen und eine morsche Wand später zu tauschen.
Wie arbeite ich mit zwei Kammern?
Die erste Kammer wird gefüllt. Zwei bis drei Monate nach dem Aufsetzen, in der kalten Jahreszeit später, wird sie umgesetzt: Vorderbretter heraus, mit der Grabegabel in die zweite Kammer werfen, dabei Außen nach innen bringen. Dort reift der Kompost weiter, während die erste Kammer wieder gefüllt wird. Nach insgesamt sechs bis zwölf Monaten ist er reif, wird entnommen und gesiebt, und die erste Kammer rückt nach.
Fazit
Fünf Europaletten mit HT-Stempel, die Rückwand zwischen die Seitenwände, drei Winkel je Ecke an den Klötzen, vorne Führungen mit drei Zentimetern Spalt und Bretter zum Einschieben, außen zwei Pfähle: So steht in einem Nachmittag ein Komposter mit zwei Kammern, der das Umsetzen leicht macht und jedes Jahr fertigen Kompost liefert. Gebaut im September, ist er rechtzeitig bereit für das Laub.
Quellen und weiterführende Hinweise
- Julius Kühn-Institut: Bekanntmachung des internationalen Standards für hölzernes Verpackungsmaterial (ISPM 15) vom 24. April 2023 (PDF): Behandlungskürzel HT, DH und MB sowie die Anforderung von 56 °C für mindestens 30 Minuten
- European Pallet Association (EPAL): EPAL Europalette: technische Daten und Kennzeichnung
- Bayerisches Landesamt für Umwelt: UmweltWissen: Den eigenen Kompost aufsetzen (PDF): Zwei-Kammer-Verfahren, Standort im Halbschatten, Grundschicht, Holzschutz bei Lattenkompostern, Umsetzen und Reifezeit
- Bayerische Gartenakademie (LWG): Kompost umsetzen
- Verordnung (EG) Nr. 1005/2009 über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen: Grundlage für das Ende der Methylbromid-Behandlung in der EU im Jahr 2010
- CHEP: What can I do with blue pallets?
Geschrieben von
Susi & das Gartenteam
Ich bin Susi, die Stimme unseres Gartenteams. Wir gärtnern ohne Chemie, filmen, was wir tun, und schreiben es hier so auf, dass es sich im eigenen Garten nachmachen lässt, auch das, was bei uns schiefgegangen ist. Auf YouTube, TikTok und Instagram zeigen wir die Handgriffe im Video, hier stehen sie ausführlich zum Nachlesen.
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